Was mir die Schwarznasenschafe über das Leben beigebracht haben
Wer Schwarznasenschafe kennt, weiß:
Sie sind anders.
Neugierig statt scheu. Nähe suchend. Eigenwillig. Weich und gleichzeitig erstaunlich klar in ihrer Kommunikation. Viele Menschen verlieben sich auf den ersten Blick in diese Tiere – wegen ihres Aussehens, ihres Wesens oder einfach wegen dieser besonderen Ruhe, die sie ausstrahlen.
Auch bei mir haben sie längst mehr hinterlassen als nur Wollspuren auf den Kleidern und Arbeit im Stall.
Sie sind Lehrer geworden.
In den kleinen Dingen: Beim Füttern, Beobachten, Begleiten. Beim Gebären und Sterben. Im Dreck, im Regen, in stillen Morgenstunden auf der Weide.
Tiere leben nicht in Konzepten.
Sie leben in Beziehung.
Ein Schaf interessiert sich nicht dafür, wie erfolgreich jemand ist, wie er aussieht oder wie viel Wissen er angesammelt hat. Tiere reagieren auf etwas anderes: Präsenz. Ehrlichkeit. Ruhe. Klarheit.
Gerade die Schwarznasen zeigen das oft sehr deutlich.
Menschen kommen auf unseren Hof und wollen die Tiere streicheln. Manche können das sofort. Andere merken plötzlich, wie ungewohnt echte Berührung geworden ist. Wie vorsichtig oder kontrolliert sie sich bewegen. Wie sehr sie denken – statt fühlen.
Und genau dort beginnt oft etwas Spannendes.
Denn Tiere holen uns aus dem Kopf zurück in den Moment.
Sie erinnern uns daran, langsamer zu werden. Wieder wahrzunehmen. Wirklich hinzusehen. Sie fordern nichts und gleichzeitig sehr viel: Echtheit.
Vielleicht berühren mich deshalb die gemeinsamen Momente mit der Herde so sehr. Dieses friedliche Grasen. Die klaren Rhythmen. Das Leben im Kreislauf der Natur.
Natürlich ist das Leben mit Tieren nicht nur idyllisch.
Es bedeutet Verantwortung. Arbeit. Frühes Aufstehen. Krankheit. Abschied. Manchmal Hilflosigkeit. Wer Tiere hält, begegnet auch dem Tod und den Grenzen des Lebens. Gerade das macht die Beziehung so ehrlich.
In unserer modernen Welt haben viele Menschen den Bezug dazu verloren. Nahrung kommt aus Verpackungen, Wolle aus dem Laden und Natur wird oft nur noch konsumiert statt erlebt.
Die Schafe erinnern mich täglich daran, dass Leben immer Beziehung ist.
Zur Erde.
Zum Wetter.
Zu Zeit und Rhythmus.
Und zueinander.
Darin liegt ihre stille Weisheit.
Als ich meine Weiterbildung in tiergestütztem Coaching begann, war ich ganz und gar auf das Arbeiten mit Pferden ausgerichtet. Dass dies auch mit Schafen geht, war mir erstmal gar nicht bewusst. Zwei Jahre später und mit vielen Coachingerlebnissen in der Herde reicher, weiss ich es besser.
Meine Erlebnisse habe ich in einem Buch zusammengefasst, verpackt in eine Geschichte, die weder Fantasyroman noch Sachbuch ist, sondern eine erzählte Reise von Erfahrung und innerem Wachstum.
Es ist als Taschenbuch oder als Ebook auf Amazon erhältlich:

sehr schön