Frühlingsarbeiten

By Fabienne Truffer | Allgemein

Apr 18

So, nun zieht also auch bei uns auf über 1200 m.ü.M der Frühling ein und es gibt neue Arbeiten auf dem Hof!

Die Weiden und die Schafe müssen vorbereitet werden. Bevor wir die Tiere auf die Weide bringen gibt es einen Gesundheitscheck. Jedes einzelne wird angeschaut, und „gitschätwut“: die Klauen werden geschnitten. Dafür werden die Schwarznasen auf einen Bock gestellt, am Hals fixiert und ähnlich wie bei den Pferden die Beine hochgehoben um die Klauenränder zurück zu schneiden.

Entwurmen macht meiner Meinung nur bei Auffälligkeiten und ganz gezielt nach Kotprobe Sinn. Aber besprich das mit dem Tierarzt. Es kommt auch auf das Gebiet und deine Anzahl Tiere an.

Dann werden die Weiden kontrolliert. Sie werden von Abfall und wo nötig auch von Hundekot gereinigt. Keine feuchten Böden, trockene Magerwiesen und kein Klee auf der Weide ist ideal!

Achte bei den Weiden auf genügend Schattenplätze! Frisches und genügend Wasser ist selbstverständlich.

 

 

Sind die Schafsweiden an Spazier- und Wanderwegen, empfehlen sich Weidetafeln mit Hinweisen über die Rasse, evtl. Warnung vor Widder oder Herdenschutzhunden, sowie einem Fütterungsverbot.

Achtung, Tiere, welche vom Heufutter direkt auf die Frühlingswiesen geführt werden leiden oft unter Blähungen oder Durchfall. Mähe darum ein paar Tage vorher frisches Frühlingsgras und mische es unter die Heuabgabe. Oder füttere die Tiere erst mit Heu, bevor du sie auf die Weiden lässt.

Das Einzäunen

Da gilt es ein paar Grundsatzfragen zu klären.

  • Gilt es einen fixen Platz einzuzäunen?
  • Vor was willst du die Tiere schützen?
  • Welche Gruppe willst du einzäunen?

Hast du bei der Stallung einen Platz, an dem die Tiere fix nach draussen können, lohnt sich ein stabiles Zaunsystem! Sind auf diesem Platz, dieser Weide Muttertiere mit Lämmer? Dann macht ein engmaschiger Mehrlitzen-Zaun Sinn. Denn schnell entwischen die Lämmer durch Zaunlatten oder ähnlichem und finden dann den Weg nicht mehr zurück auf die Weide! Erwachsene Schafe kannst du auch in einem Lattenzaun, wie du ihn für die Kühe oder Pferde kennst, halten. Oder einen festen Drahtzaun oder flexiblen Mehrlitzen-Zaun. Bei Lämmer sind im unteren Bereich mehrere Litzen (oder noch besser Bänder) zu spannen, so dass sie nicht hindurchkriechen können.

Eine weitere Option sind die Flex-Weidenetze. Sie sind einfach ab- und aufbaubar und praktisch für die kleinen, oft steilen Berghänge. Diese sollten gut gespannt sein! Es gibt sie in verschiedenen Höhen. Normalerweise reichen ca. 100cm!

Wenn du kannst, so verzichte auf das Elektrisieren des Zauns. Denn die Weidenetze haben die Gefahrenquelle, dass sich die Schafe mit den Hörnern in den Maschen verheddern! Die Stromstösse dabei quälen das Tier zusätzlich! Achtung: es sei jedoch erwähnt, dass die Tiere den Strom sehr wohl „spüren“ und weniger an die Netze gehen, wenn Strom drauf ist! Also die Gefahr sich im Netz zu verheddern ist bei Elektrisierten Zäunen weniger gross. Das ist unsere Erfahrung. Schätze du selber ab was das Beste für deine Tiere ist.

Nach dem Weidwechsel sind alle Zäune sofort abzuräumen, da sie eine Gefahr für andere Tiere darstellen.

Es ist sinnvoll, den Zaun mehrmals täglich zu kontrollieren!

Musst du vor grösseren Raubtieren schützen so beachte bitte die Empfehlungen von www.herdenschutz.ch!

Die Schwarznasen sind standhafte Tiere. Sie kennen ihre Weiden gut und kehren immer wieder an ihre Weidplätze zurück. Ausbrechen tun sie eigentlich nur, wenn es zu wenig Futter auf der Weide hat. Aber soweit solltest du es nicht kommen lassen. Regelmässiger Weidwechsel ist Pflicht!

Ich wünsche dir und deinen Tieren einen guten Start in den Frühling!

Fabienne

P.S: Kennst du schon mein E-Buch über die Schwarznasen?

About the Author

Fabienne Truffer lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Mädchen und einer Herde Schwarznasenschafen in einem kleinen Walliser Bergdörfchen. Entdecke auch ihre Homepage: www.fadenkorb.ch